Querflöte

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Der Fliphead im Test

Als einer der ersten fünf Personen durfte ich letzte Woche den Fliphead testen!

Den was? Eins nach dem anderen: Der Fliphead ist ein Herzensprojekt des Saxophonisten und Multiinstrumentalisten Axel Müller, der als gefragter Saxophonist unter anderem im Bläsersatz von BAP, Gregor Meyle oder beim Tauschkonzert auf Pro7 aktiv ist. Während des Lockdowns hatte auch er – wie wir alle – etwas mehr Zeit als üblich und widmete sich der Entwicklung, dem Design und der Fertigung eines alternativen Querflötenmundstücks, dem Fliphead.

Dabei handelt es sich um eine Art Blockflöten-Mundstück, das anstelle des normalen Mundstücks auf die Querflöte aufgesteckt wird. So kann man aus der Querflöte das Wort „quer“ streichen, denn mit Fliphead spielt sich die Flöte senkrecht, ähnlich der Klarinette oder dem Saxophon.

Aber wieso soll ich die Querflöte jetzt so spielen?

Eins vorweg, der Fliphead hat nicht den Anspruch, den klassischen Querflötenansatz zu ersetzen oder das Querflötenspiel zu revolutionieren – vielmehr ist er als Ergänzung und Erweiterung des Klangspektrums zu sehen.

Wie klingt der Fliphead?

Der Klang der Querflöte bleibt weitestgehend erhalten, jedoch sorgt der Fliphead für einen deutlich kräftigeren Ton im Kern. Dadurch entsteht ein voller und durchsetzungskräftiger Klang durch alle Register hinweg.

Im Vergleich zum Klang der Querflöte kommt der Fliphead mit etwas weniger Obertönen aus, sodass sich der dunkle, warme Klang sehr gut mit anderen Instrumenten mischt. Mit einer gestopften Trompete, oder wie in meinem Beispiel mit den Saxophonen entsteht eine interessante Kombination, die erfrischend luftig klingt.

Wie spielt sich der Fliphead?

Die Sorge, den schönen Sound der Querflöte mit einem Blockflötenmundstück zu „downgraden“, erweist sich als völlig unbegründet – vielmehr kombiniert der Fliphead den vollen, warmen Klang der Querflöte mit der leichten Spielbarkeit der Blockflöte. Er überzeugt durch leichte und sichere Ansprache in allen Registern, stimmige Intonation und einen für mich als Saxophonisten angenehmen Luftbedarf.

Gerade am unteren Ende, wo der Klang der normalen Querflöte dünn und geräuschlastig wird, überzeugt mich der Fliphead mit vollem Klang und starkem Kern. Auch in der Höhe bin ich begeistert von der direkten Ansprache, in der „comfort range“ dazwischen ist ohnehin alles bestens.

Für wen ist der Fliphead gedacht?

Da es sich um ein völlig neues Produkt handelt, wird sich der optimale Einsatzzweck erst noch herausstellen, denkbar sind aber viele Möglichkeiten: Im Jazz- und Popbereich wird der Fliphead aufgrund seines spannenden Klangs sicher schnell einen Platz finden, auch weil er sich wunderbar im Satz mit anderen Blasinstrumenten mischt.

Auch im akustischen Umfeld ist der Fliphead durchsetzungsstark und kann bei einem unplugged-Konzert durchaus ohne weitere Verstärkung mit den anderen Instrumenten mithalten.

Saxophonisten oder Klarinettisten, die Querflöte als Nebeninstrument spielen, müssen sich nicht an den Querflötenansatz gewöhnen, sondern können ihr Instrument in gewohnter Spielposition noch leichter spielen. Aber auch für Anfänger auf der Querflöte eignet sich der Fliphead, da der Ansatz intuitiv ist und im Vergleich zum normalen Ansatz der Querflöte innerhalb weniger Minuten erlernt ist. So ist das Spielen auf der Querflöte von Beginn an möglich – sicher für viele Schüler eine willkommene Ergänzung zum klassischen Ansatz!

Spiel doch mal!

Und weil mir der Fliphead so viel Spaß bereitet hat beim Ausprobieren, habe ich direkt Lust gehabt, ein kleines Video zu drehen, in dem der Fliphead die Melodie übernimmt. Hier bekommst Du einen recht realistischen Eindruck des Klangs, ich habe lediglich ein wenig Reverb und Compression angewandt, davon abgesehen ist der Klang unverändert. Viel Spaß!

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